Die Augsburger Domsingknaben

Neben ihrer kontinuierlichen liturgischen Praxis an der Domkirche mit Musik von der Gregorianik bis zur klassischen Moderne, stehen Werke der Wiener Klassik und die ständige Beschäftigung mit dem Vokalwerk Johann Sebastian Bachs im Mittelpunkt der konsequenten musikalischen Arbeit der Augsburger Domsingknaben unter der Leitung von Domkapellmeister Reinhard Kammler. Engagements auf Musikfestivals, Konzerte im In- und Ausland, CD-Produktionen und ständige Verpflichtungen beim Bayerischen Rundfunk bescheinigen dem Chor seit Jahren ein konstant hohes Niveau.
Solisten der Augsburger Domsingknaben

Die Sopran- und Altarien singen in Oper und Konzert meist mehrfach bewährte Knabensolisten.

Die überlieferte Bach’sche Aufführungspraxis mit Knabenstimmen an der Leipziger Thomaskirche gilt hierbei als Grundlage dafür, dem damaligen Klangbild möglichst nahe zu kommen. Die hoch motivierten und begabten Buben des Kammerchores wachsen im Zuge ihrer konsequenten vokalen und instrumentalen Ausbildung bei den Augsburger Domsingknaben in diese anspruchsvollen Aufgaben behutsam hinein und werden von Reinhard Kammler selbst stimmbildnerisch betreut und vorbereitet.

Solisten der Augsburger Domsingknaben sind immer wieder auch an bedeutenden Bühnen engagiert, wie der Bayerischen Staatsoper, der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und der Opéra national du Rhin Strasbourg, und singen unter renommierten Dirigenten wie Colin Davis, Roberto Abbado, Ulf Schirmer, Fabio Luisi, Jeffrey Tate, Thomas Hengelbrock, Mstislav Rostropowitsch, Neville Marriner, Kent Nagano, Mariss Jansons.

Auch nach der Mutation erfahren die inzwischen jungen Männerstimmen wieder eine intensive stimmliche Betreuung und Ausbildung bei den Augsburger Domsingknaben. So ist es möglich, geeignete Tenor- und Basspartien ebenfalls aus eigenen Reihen adäquat zu besetzen.

Michael Schweiger und Johannes Kammler, beide zu ihrer Zeit äußerst erfolgreiche Knabensolisten an prominenten Adressen und als Männerstimmen solistisch zunehmend wieder aktiv, sind dieses Jahr in „Bach in Rokoko“ Beispiel dafür.

Reinhard Kammler studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik in München. Bereits während seiner Studienzeit gründete er die Augsburger Domsingknaben und war Stipendiat des Deutschen Musikrates. Nach langjähriger Tätigkeit als Domorganist wurde er zum Augsburger Domkapellmeister ernannt. Für seine Verdienste um den Aufbau der Augsburger Domsingknaben und um die Pflege der musica sacra erhielt er mehrere Auszeichnungen, u.a. den Päpstlichen Silvesterorden und das Bundesverdienstkreuz. Er gehört dem Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem an. Zusammen mit den Augsburger Domsingknaben wurde Reinhard Kammler mit dem „Bayerischen Poetentaler“ und mit dem Kulturpreis der Bayerischen Volksstiftung ausgezeichnet.

Gerhard Werlitz erhielt seine erste musikalische Ausbildung bei den Augsburger Domsingknaben, denen er als Alt, später als Tenor angehörte. Während seines Studiums der Musikwissenschaft in München nahm er zudem Gesangsunterricht bei Barbara Ikas und belegte zahlreiche Meisterkurse.
Er ist bis heute der Kirchenmusik, besonders am Augsburger Dom, eng verbunden und übt eine rege Konzerttätigkeit vor allem im Bereich der Alten Musik aus. Sein Konzertrepertoire umfasst unter anderem die Tenorpartien der Oratorien Händels und Bachs, Mozarts und Haydns. Gerhard Werlitz ist Mitglied im Chor des Theaters Augsburg mit vielseitigen Soloverpflichtungen in Oper, Operette und Musical.

Auch Johannes Kammler durchlief seine erste musikalische Ausbildung bei den Augsburger Domsingknaben. Er sang u.a. an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf den „Dritten Knaben“ in Mozarts „Zauberflöte“ und Altarien. Später vertraute ihm sein Vater, Reinhard Kammler, nach den Knabensoli nunmehr bald wichtige Basspartien im „Weihnachtsoratorium“, der „Johannes-passion“ und in der „h-moll-Messe“ an. Johannes Kammler studiert bei Prof. Markus Goritzki an der Freiburger Musikhochschule Gesang.

Das Residenz-Kammerorchester München

besteht seit 1978 aus führenden Musikern aus dem Großraum Augsburg – München. Gründer und Organisator ist Klaus Winkler, über 12 Jahre auch Konzertmeister dieses Ensembles, das sich überwiegend aus Mitgliedern des Symphonie - Orchesters des Bayerischen Rundfunks zusammensetzt. Danach übernahm Michael Christians die Konzertmeister-Position bis heute. Neben eigenen Orchesterprogrammen, die das Ensemble auch nach Italien und Frankreich führten, musiziert das Residenz-Kammerorchester München seit seinem Bestehen regelmäßig mit den Augsburger Domsingknaben unter Reinhard Kammler bei konzertanten Aufführungen von Messen, Kantaten, Passionen und Oratorien vom Barock bis zur frühen Wiener Klassik - den Musikgattungen, die für ausgebildete Knabenstimmen mit Instrumentalisten in Anlehnung an historische Aufführungspraktiken als besonders geeignet nachgewiesen sind. Neben einigen gemeinsamen CD-Produktionen für verschiedene Labels in Co-Produktion mit dem Bayerischen Rundfunk unternahmen das Residenz-Kammerorchester München und die Augsburger Domsingknaben Konzertreisen in die Schweiz, nach Italien und Japan.