Ein Komponist und ein Baumeister

Johann Sebastian Bach, 1685 in Eisenach geboren, in einem der herrlichen Kirchenbauten des Dominikus Zimmermann, ebenfalls 1685 geboren, in Wessobrunn! In der Zeit, als Zimmermann die Frauenkirche zu Günzburg erbaute (1736-1741) , war Bach schon 13 Jahre Thomaskantor in Leipzig, hatte neben zahlreichen Kantaten schon die Passionen, das Weihnachtsoratorium und das Magnificat komponiert, ebenso die Motetten. Bevor Bach 1723 nach Leipzig zog, amtierte er fünf Jahre als Hofkapellmeister in Köthen, wo er unter anderem die Brandenburgischen Konzerte, die Violinkonzerte und einige Werke für Solo-Instrumente (so etwa die sechs Suiten für Violincello solo) schuf. Der italienischen Musik „begegnete“ Bach vor allem in den Kompositionen Vivaldis (Violinkonzerte) und Pergolesis, dessen „Stabat mater“ er bearbeitete („Tilge, Höchster, meine Sünden“). Auch die italienische Doppel- und Mehrchörigkeit (Venedig!) war ihm bekannt: Andrea und Giovanni Gabrieli. In Bachs Notenbibliothek findet sich auch die Abschrift einer Palestrina-Messe. Wie wohl kein zweiter Komponist war Bach „Ausleger der Bibel“ durch die Musik. Der Baumeister Dominikus Zimmermann war es durch seine Architektur.
Herbert Bruggner